Unsere gemeinsame Challenge - meine Gedanken zu Europa

 LARA

 

Globalisierung, Kulturen, Kriege, Wirtschaftskrisen, Terrorismus – schaut man sich die aktuellen News an, dann trifft man wirklich auf die verschiedensten Themen. Einige kehren ständig wieder und lassen uns kaum noch los, Andere schaffen es hingegen plötzlich und unerwartet auf den Titel. Das Thema E U R O P A ist jedoch sehr präsent und ich nehme die heutigen Wahlen in NRW als Anlass ein paar meiner persönlichen Gedanken auf unserem Blog festzuhalten.

 

Das Jahr 1998 – mein Geburtsjahr! Blicke ich zurück auf meine Kindheit, würde ich sie als unbeschwert beschreiben. Spielend habe ich viele Sommernachmittage auf unserer Straße verbracht, mit Freunden die ersten Geschäftsideen, wie z.B. ohne jegliches Talent mit der Mundharmonika von Haus zu Haus ziehen und dafür dann einen Lohn zu verlangen :-) entwickelt, und mir keinerlei Gedanken über Gefahren gemacht. - Nein, ich habe mich wirklich sicher gefühlt in unserer Welt. Meine Generation ist unter ganz bestimmten Bedingungen aufgewachsen.

 

Deutschland war bereits ein Land ohne Teilung, die Weltkriege kennen wir nur noch aus dem Geschichtsbuch und von Erzählungen der Großeltern und E U R O P A haben wir bereits als Geschenk gratis dazu erhalten. Die Lage war gut und Gedanken habe ich mir wirklich nie gemacht – bis zu folgendem Moment: Ich sitze mit meiner Oma gemeinsam in ihrem Wohnzimmer und stelle ihr dann folgende Frage: „Oma, wie hast du den Weltkrieg erlebt?“. Ich weiß, dass nicht viele Menschen darüber reden möchten und deshalb hat es mich auch Mut gekostet diese Frage zu stellen. Mein Interesse ist aber einfach zu groß gewesen und meine Oma, so stellt sich heraus, möchte ihre Erlebnisse gerne teilen, hört nicht mehr auf zu sprechen und betont immer wieder, dass sie ja „ein ganzes Buch schreiben“ könnte. „Soldaten waren ständig in unserer Stadt, jüdische Geschäfte existierten plötzlich nicht mehr, bei Alarm haben wir uns in einer unterirdischen Röhre im Garten versteckt....“ Plötzlich merke ich, wie ich immer stiller, meine Hände feucht werden und ich meiner Oma wie gebannt an den Lippen hänge. Kein Geschichtsbuch, keine Dokumentation und kein Interview hat mich jemals so gefesselt und die schreckliche Wahrheit so dramatisch und real dargestellt. Wie soll das auch möglich sein? Ein Zeitzeuge sagt „mehr als tausend Worte.“ Meine Oma muss viel durchgemacht haben. Sie hat Freunde und Bekannte verloren, konnte teilweise nicht zur Schule gehen und hat häufig in Angst gelebt...Doch das wichtigste: SIE HAT GEKÄMPFT UND DURCHGEHALTEN.

 

 

Nun zurück zu meiner aktuellen Situation und zu unserer Generation. Wofür haben wir bereits kämpfen müssen? Haben wir jemals solch schwierige Situationen durchleben müssen? Zum Glück können wir diese Fragen mit einem eindeutigen „NEIN!“ beantworten, doch diese Antwort ist wesentlich für meinen Artikel. Uns umgeben heutzutage tausende Möglichkeiten. Ein Leben in E U R O P A, in Deutschland öffnet uns viele Türen. Wir haben ein Recht auf Bildung, auf Meinungsfreiheit und unser Existenzminimum ist gesichert. Sollten wir uns nicht häufiger mal bewusst machen, was wir alles geschenkt bekommen haben unter anderem auch durch E U R O P A? Ich bin ein Freund dieses Verbundes und sehe viele Vorteile für unser alltägliches Leben. Durch die Globalisierung ist ein Band entstanden, welches uns sehr viel ermöglicht. Wir haben unsere eigene nationale Kultur und eine gemeinsame, die uns alle vereint. Natürlich, wir sind nicht alle gleich. Es existieren unterschiedliche Kulturen, Religionen und Weltbilder und diese soll es auch weiterhin geben. Ich möchte einfach nochmal darauf hinweisen, wie wertvoll unsere aktuelle Situation ist. Man kann den Wert sicherlich nicht so nachempfinden, wie jene Menschen wie meine Oma und genau deshalb muss man sich nochmal und vor allem in Zeiten von Rechtspopulismus, Patriotismus und Terrorismus, die Wertigkeit unseres GESCHENKES vor Augen führen! Innerhalb der letzten Monate sind Dinge wahr geworden, die weder die Bürger noch statistische Vorhersagen für möglich gehalten haben. Witze haben wir gemacht über komplett surreale Vorstellungen – heute gehören viele davon zum Alltag dazu. Was mir das zeigt? Wir können und müssen uns dafür einsetzen und haben das große Glück partizipieren zu können und die Zukunft

 

E U R O P A S und damit unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten.

 

 

Um nochmal zum Anfang meiner Gedanken zurückzukehren....Meine Oma hat viel schreckliches erlebt und ihr Leben wurde stark beeinflusst. Ändern kann und will sie heute am Tag nichts mehr, doch eine Sache betont sie ständig. „Lara, du alleine kannst dafür sorgen, dass sich so etwas nicht nochmal wiederholt. Nehme deine Rechte ernst und mache Gebrauch davon. Geh' wählen und schätze dein Leben als Bürger einer Demokratie.“

 

 

Ich kann ihr nur Recht geben. Ich freue mich sehr über das Geschenk

 

E U R O P A welches man mir gemacht hat – doch ich erlebe diese Freude nun bewusster und zeige meine Dankbarkeit mit meiner politischen Einstellung. Und mal ehrlich...welches Geschenk hat im Leben mehr Wert als Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und das Recht auf Leben?

 

 

 

Eure Lara

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Jana (Sonntag, 14 Mai 2017 15:27)

    Ich finde Europa auch wichtig. Habe mich deshalb auch dieses Jahr für den Jugendstadtrat in meiner Stadt beworben. :) :)

  • #2

    Maren (Sonntag, 14 Mai 2017 16:35)

    Europa gibt uns Sicherheit und Freiheit und das ist es, was unser Leben hier in Deutschland zu extrem komfortabel macht. Für dieses Lebensgefühl sollten wir alle unser Bestes geben und dazu gehört auch, dass man heute in NRW zur Wahl geht. Ein starkes Deutschland ist ein starker Partner in der EU. Und somit können wir in Frieden leben.

  • #3

    eva (Sonntag, 14 Mai 2017 21:40)

    Mir geht es ähnlich, wenn meine Mutter (77) von ihrer Kindheit erzählt. Die Traumatisierung dieser Generation habe ich in meiner Kindheit unbewusst gespürt und erst heute bewusst erkannt. Frieden und Demokratie sind die wichtigsten Werte, die wir unbedingt wieder neu schätzen sollten.