Und wie lernst Du so? - Student/Innen verraten ihre Tipps und Tricks

FABIENNE

 

Lernen kann echt zur Hölle werden. Vor allem, wenn man erst spät damit beginnt. Eine Woche vor der Klausur bekomme ich nichts mehr in den Kopf! Doch ist das bei allen Studierenden so? 

Ich starte einen Direktvergleich zwischen dem spontansten Lerner und mir. So erhaltet ihr Tipps für das Last-Minute-Lernen sowie für gut vorbereitete Lernstrategien. 

Wann fängst du mit dem Lernen an?

 

Fabienne: Für mich beginnt das Lernen mit dem Start ins neue Semester. Nach den ersten Veranstaltungen kommen einige Mitschriften zusammen. Es ist ratsam, die Mitschriften schon mit der ersten Veranstaltungs-Nachbereitung zu Lernzetteln umzuwandeln. 

So hat man vor der Klausurenphase keinen allzu großen Stress - es kann sich hier auf das bloße Lernen konzentriert werden!

 

Marian: Meine Stärke liegt eindeutig in meiner Spontanität. Ich lerne gerne auf dem letzten Drücker. Das Lernzettel-schreiben zähle ich zum Lernen dazu. Während der ersten Semesterwochen bereite ich mich zwar auf die Seminarinhalte vor, an die Klausuren - die ja noch in weiter Ferne liegen - möchte ich da noch nicht denken!

 

Wie hoch ist dein Lernpensum?

 

Fabienne: Ich lerne lieber zu viel, als zu wenig. Das Auswendiglernen der Inhalte fängt zwar erst ein paar Wochen vor der Klausur an, meine Lernzettel habe ich aber lieber schon vorzeitig fertig. Wenn ihr die Themen immer ausführlich nachbereitet und in den Vorlesungen mitschreibt, fällt euch das Auswendiglernen auch viel leichter. Daher verstehe ich das "Lernen" auch eher als einen Prozess, der sich über das Semester zieht. Bulimie-artiges Lernen ist nicht förderlich und hat nachwirkend keinen Nutzen für euch! Mein Lernpensum ist durch das viele Vor- und Nachbereiten zwar hoch, aber effektiv. Wenn es dann in die weiterführenden Module geht, habe ich perfekt vorbereitete Lernzettel, die mir den Einstieg in das Thema erleichtern. 

 

Marian: Ich kann mir Inhalte gut visuell einprägen. Höre ich während der Vorlesung aufmerksam zu, habe ich die Inhalte grob im Kopf. Wenn ich mich dann ans Lernzettel-Schreiben begebe, habe ich keine große Schwierigkeit mehr, mir die Dinge zu merken. 

Auch später kann ich mich noch an die Themen erinnern. Ein kurzer Blick auf meine Lernzettel verrät mir dann, worum es im Detail geht. 

So gesehen ist mein Lernpensum sehr gering, hat aber eine effiziente Wirkung.

 

Wie ausführlich gestaltest du deine Lernzettel?

 

Fabienne: Sehr ausführlich! Natürlich fasse ich alle Inhalte grob zusammen, maximal eine viertel Seite pro Text. Ich schreibe mir allerdings Stichpunkte für ALLE Themen auf. Viel Hintergrundwissen ist meiner Meinung nach kein Fehler. Wenn ich die verpflichtenden Inhalte gelernt habe, eigne ich mir gerne zusätzliches Wissen an, um gerade bei einer mündlichen Prüfung für Extrapunkte zu sorgen. 

 

Marian: Meine Lernzettel fassen das Wichtigste knapp zusammen, alles andere habe ich im Kopf. Anstatt zu jedem Begriff eine Definition zu schreiben, notiere ich mir alle zentralen Begriffe und lerne diese auswendig. Inhalte, die mir besonders schwer fallen, werden etwas ausführlicher in den Zetteln wiedergegeben. So habe ich stets einen Überblick über den Gesamtinhalt und ertrinke nicht in einem Meer aus Lernzetteln. 

 

Hast du Tipps bezüglich der Gestaltung der Lernzettel?

 

 

Fabienne: Zentrale Begriffe markiere ich mir farbig oder überschreibe die mit einem Buntstift. So bleiben diese besser in meinem Gedächtnis. Auch Schaubilder können nützlich sein! Solltet ihr Abbildungen in euren Lehrbüchern finden, die euch nützlich erscheinen, druckt euch diese gerne aus. In den meisten Fällen ist das nützlicher, als das Abpausen der Bilder. Denn dies ist nicht nur zeitintensiv, sondern auch nicht immer so schön und akkurat, wie in den Büchern - Lernzettel sollten ja übersichtlich bleiben! 

 

Marian: Ich halte gerne an meinem Minimalismus-Konzept fest. Auch kann ich empfehlen, überhaupt Lernzettel zu schreiben! Lange Zeit habe ich dies nicht getan und mir das Lernen somit erschwert. 

Schreibt eure Zettel am besten so leserlich, dass auch eure Kommilitonen eure Schrift lesen und euch so abfragen können. 

Auch solltet ihr damit rechnen, die Lernzettel in ein paar Jahren noch einmal nutzen zu müssen. Es bringt euch nichts, knappe Lernzettel zu erstellen, wenn ihr euch nicht mehr daran erinnern könnt, was mit bestimmten Begriffen gemeint war. Orientiert euch hier stets an eurem Gedächtnis ;-). 

 

Welche Empfehlungen kannst du für das Auswendiglernen geben?

 

Fabienne: Schnappt euch ein paar Kommilitonen und fragt euch gemeinsam ab! Es ist viel wirkungsvoller, gemeinsam zu lernen. Außerdem könnt ihr so überprüfen, ob eure Lernzettel inhaltlich korrekt sind und ihr nichts Fehlerhaftes lernt. 

Ansonsten ist es auch förderlich, alles hunderte Male aufzuschreiben! Fragt euch selber ab, und zwar nicht nur "laut", sondern auch schriftlich. 

Und ganz wichtig: Das bloße Auswendiglernen hilft euch überhaupt nicht! Wenn ihr die Inhalte nicht versteht, könnt ihr sie in der Klausur auch nicht wiedergeben. 

 

Marian: Ich kann Fabienne in ihren Punkten nur zustimmen! Auch können euch Kommilitonen höherer Semester helfen, da sie eure Klausuren unter Umständen schon geschrieben haben. Und macht euch nicht verrückt, wenn das Auswendigernen nicht gleich beim ersten Mal gelingt.

 

Wir hoffen, wir konnten euch einige hilfreiche Tipps geben - auch wenn ihr jetzt längst mit dem Lernen angefangen haben solltet ;-)! 

Viel Glück und Erfolg bei all euren Klausuren, 

Eure Fabienne

 

 

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