Selbstkritik - wie viel ist zu viel?

FABIENNE

 

Oft stehe ich mir durch meine Selbstkritik selbst im Weg. Es ist so schwer, sich positiv zuzureden, anstatt, wie gewohnt, kritisch mit sich umzugehen.

 

Doch wie hilfreich ist die Selbstkritik bei der Erreichung von Zielen? Wie viel Kritik ist gesund, wie viel erweckt nur noch Zweifel in uns?

 „Das schaffe ich nicht!“ „Ich bin sicher durchgefallen!“ „Wieso sollte ich das wagen, was mir eh nicht gelingen kann?“

 

Auch ich bin mein größter Kritiker. Bevor ich mich für eine Sache entscheide, gehen mir zahlreiche Dinge durch den Kopf, weshalb ich bei meinem Vorhaben scheitern könnte. Selbstzweifel treten auf. Ich bin kurz davor, meinen Zweifeln Glauben zu schenken und alles fallen zu lassen.

Durch meine große Selbstkritik kann ich mich nahezu immer davon abhalten, etwas Waghalsiges zu machen und dabei zu scheitern. Da ich meine Zweifel nur durch Taten begraben kann, fange ich stets rechtzeitig mit dem Lernen an.

Nach geschriebenen Klausuren habe ich stets das Gefühl, durchgefallen zu sein, selbst, wenn ich am Ende doch mit einer Eins bestanden habe.

Zufrieden bin ich nie mit mir.

 

Kommt euch das bekannt vor? Ich frage mich oft, ob ich zu kritisch mit mir bin. Ob ich öfter mal zufrieden mit mir sein soll. Doch es ist schwierig, sich einzureden, es werde schon alles gut. Ich selbst denke sehr realistisch, dabei manchmal zu negativ.

 

Meiner Meinung nach ist alles gesunde Selbstkritik, was uns trotzdem Fehler erlaubt und uns uns selbst akzeptieren lässt.

Eine Prüfung nicht zu bestehen, darf nicht zum persönlichen Weltuntergang führen! Wir dürfen uns nicht so sehr in Dinge steigern, dass wir zu große Angst vor dem Fall bekommen.

Wenn wir anfangen, Dinge aufzugeben, da sie uns zu waghalsig erscheinen und wir uns dadurch immer mehr einschränken, sollten wir damit beginnen, unseren Fähigkeiten mehr zu vertrauen, als unserer Einstellung. Wir sollten uns daran erinnern, was wir bisher alles geschafft haben und uns darin bekräftigt sehen.

Auch der Satz "nobody is perfect" sollte zu unserem Lebensmotto werden.

 

Vielleicht hilft uns eine Niederlage zurück zum Boden der Tatsachen. Denn genauso, wie zu naiv zu denken, kann man auch zu kritisch mit sich sein.

Für beide Richtungen gilt, sich mal im eigenen Umfeld umzusehen. Uns wird dabei sicher auffallen, wie viele Leute Dinge nicht schaffen, zahlreiche Niederlagen erleben und trotzdem nicht daran zu Grunde gehen.

 

Je höher wir uns unsere Ziele stecken, desto größer kann der Fall sein. Dies sollte uns immer bewusst sein. Nur durch Zweifel und Ängste sind wir darauf vorbereitet, eine Niederlage entgegen zu nehmen, da wir uns schon vorher darüber im Klaren sind, dass auch ein negativer Ausgang eintreten kann.

Durch Zweifel und Nervosität werden wir normalerweise automatisch dazu verleitet, zu lernen und etwas gegen unsere Ängste zu tun.

Ist das nicht hilfreich? Lasst eure Selbstkritik zu, hört auf eure innere Stimme und bleibt dabei ganz ihr selbst!

 

Hier sind einige Tipps, die euch helfen, euch selbst mehr zu akzeptieren

1. Schreibt wöchentlich oder täglich eine kleine Liste, auf die ihr nicht die Sachen schreibt, die nicht geklappt haben, sondern Sachen, die besonders gut waren.

2. Lobt euch für eure gelungenen Taten, indem ihr mit ein paar Freunden einen schönen Abend verbringt oder euch eine Kleinigkeit (!) kauft.

3. Redet euch gut zu! Was hat bisher gut geklappt? Wie oft habt ihr mit Niederlagen zu kämpfen gehabt? Überwiegt euer Erfolg dabei? Mit Sicherheit!

4. Urteilt nicht zu einseitig. Sicher gibt es Bereiche, in denen ihr nicht so gut seid. Andererseits gibt es auch Bereiche, in denen ihr der Experte seid! Bewertet euch auch da und achtet nicht immer nur auf eure Schwächen!

5. Was wäre, wenn ...? Ist es wirklich so schlimm, wenn euch euer Vorhaben nicht gelingt? Geht in Gedanken alle Ausgangsszenarien durch. Ihr werdet dabei sicher merken, dass nicht alles verloren ist, wenn ihr euer Ziel nicht mit dem ersten Anlauf erreicht.

 

 

Eure Fabienne