Mein Nebenjob als Tanzlehrerin

FABIENNE

 

Um als Studentin über die Runden zu kommen, musste auch ich einen Nebenjob finden. Ich empfinde dies als sehr schwierig, da es nicht so eine große Auswahl an lukrativen Jobs gibt. Was nützt es einem zum Beispiel, wenn die Fahrtkosten zum Job schon mindestens eine Stunde Arbeit bedeuten?! Ebenso wichtig war mir bei meiner Jobsuche, dass ich Spaß beim Arbeiten habe. Durch Zufall stieß ich so an einen Job an meiner alten Grundschule. Seit fast drei Jahren arbeite ich dort als Tanzlehrerin in der Nachmittagsbetreuung.

 

Ich selbst tanze schon seit 15 Jahren intensiv Ballett, Modern Dance und Hip Hop. Da mir die Arbeit mit Kindern viel Spaß bereitet und ich als zukünftige Erziehungswissenschaftlerin Erfahrungen im Umgang mit Kindern machen möchte, kam mir das Jobangebot als Tanzlehrerin an einer Grundschule gerade recht.

Einmal pro Woche unterrichte ich zehn bis fünfzehn Zweit- bis Viertklässler für 60 Minuten.

 

Positiv an dem Job ist besonders, einfach mal aus dem Unialltag ausbrechen zu können. Ich kann mich ganz auf die Kinder einlassen und noch einmal in die alten, unbeschwerteren Grundschulzeiten eintauchen.

Kinder strahlen einer derartige Lebensfreude aus, dass man selbst bei schlechtester Laune zum Lachen und vor allem auf andere Gedanken gebracht wird.

 

Ein weiterer, sehr praktischer Faktor ist die Stundenvorbereitung. Ich kann mir selbst frei einteilen, wann und wie intensiv ich meine Stunden vorbereite. Steht die Choreographie, die ich mit den Kindern einstudieren möchte fest, ist meine Vorbereitung abgeschlossen.

Aufwärmspiele oder entspannende "cool-downs" gestalte ich spontan und je nach Laune der Kinder.

 

Ein kleiner Nachteil an einem Job an einer Grundschule ist die frühe Arbeitszeit. So muss ich oft meinen Stundenplan den Arbeitsmöglichkeiten an der Schule anpassen (nicht umgekehrt). Es kann daher durchaus sein, dass ich auf das ein oder andere Seminar aus Zeitgründen verzichten muss.

 

Durch meine langjährige Tanzerfahrung konnte ich direkt mit dem Arbeiten beginnen. Ich musste lediglich die Kinder kennen lernen – das Know-how über Choreographie-Erstellungen oder den Umgang mit Tanzschülern hatte ich bereits.

 

Was ich aus dem Job mitnehme:

 

Ich habe schnell gelernt, sehr geduldig im Umgang mit Kindern zu sein. Auch musste ich feststellen, dass das Wetter ein entscheidender Faktor für das Gemüt der Kinder ist. An Regentagen konnte ich mich schon mal darauf einstellen, einem quirligen Trüppchen gegenüber zu stehen, das erst einmal etwas beruhigt werden musste. So steht die Choreographie in manchen Stunden gar nicht so sehr im Vordergrund, wie die Ablenkung der Kinder vom anstrengenden Schultag.

 

Besonders schön an meiner Arbeit ist, dass ich diese nicht als anstrengende Arbeit empfinde. Vielmehr sammle ich Erfahrungen und Eindrücke durch die Zusammenarbeit mit den Kindern und nehme durch die freundschaftliche Art der Kinder viel Energie und Lebensfreude mit. Eine freundschaftliche Umarmung oder sogar ein paar Tränen in der letzten Stunde eines Kurses sind für mich noch viel mehr Lohn und Erfolg, als das eigentliche Gehalt.

 

Zwar können einzelne Stunden sehr nervenaufreibend sein, da die Kinder nicht unbedingt einsehen, weshalb sie eine Choreographie zum wiederholten Mal üben sollen. Dennoch bekommt man von Kindern so viel zurück. Die Dankbarkeit, die von den Kindern zurückkommt, überwiegt dem Stress jedoch in großem Maße.

 

Ich kann euch nur empfehlen, durch euer Hobby Geld zu verdienen. Spielt ihr zum Beispiel Fußball? Wie wäre es mit einer kleinen Kindergruppe im Sportverein eurer Stadt?

Fragt einfach bei den Vereinen und Organisationen in eurem Umfeld nach einer Stelle.

 

Meiner Meinung nach muss ein Nebenjob einen Ausgleich zum Studium darstellen.

Da man selten Zeit für sich und seine Bedürfnisse findet, darf der Nebenjob nicht zu stressig und unbefriedigend sein. Wenn ihr jedes Mal nach der Arbeit geladen und entnervt nach hause kommt, werden sich eure Leistungen in der Uni unter Umständen verschlechtern.

 

Ich hoffe ich konnte euch dazu inspirieren, nicht jedem x-beliebigen Nebenjob nachzugehen, sondern bei der Job-Wahl nach Kreativität und Freiheit zu schauen.

 

 

Eure Fabienne